Eröffnung der Ausstellung mit Arbeiten von Emmanuelle Tanaïs Aupest im Bürgersaal des Rathauses. Ingrid Winter, 2. Vorsitzende des Kunstvereins, begrüßt die zahlreich erschienenden Besucher und Giso Westing, Maler und Kunstkritiker aus Hannover, erläutert in seiner Einführung die Arbeitsweise der Künstlerin.

EMMANUELLE TANAïS AUPEST

vom 06.11. bis 11.12.2016 IM GEHRDENER RATHAUS

Der KUNSTVEREIN GEHRDEN zeigt vom 06. November bis 11. Dezember 2016 im Bürgersaal des Gehrdener Rathauses aktuelle Arbeiten der in Hannover lebenden und arbeitenden Künstlerin Emmanuelle Tanaïs Aupest. Was beschäftigt die Künstlerin? Welche Philosophie ist mit ihren Arbeiten verbunden? - Dazu ein Blick auf die Webseite der Künstlerin EMMANUELLE TANAïS AUPEST:

DURCH KUNST DIE VERGANGENHEIT IN EINE BEWEGLICHE GEGENWART FLIEßEN LASSEN

Louise Bourgeois behauptete, das Rezept sei, Kunst zu machen und die eigene Vergangenheit mit, wenn nötig, drastischen Mitteln aufzuarbeiten.
Ich will diesen Gedanken weiterführen: durch Kunst die Vergangenheit in eine bewegliche Gegenwart fließen lassen. Im Alter von 17 Jahren lernte ich das Werk Egon Schieles kennen und war von seinem emotional vibrierenden Strich hingerissen.
Zu dieser Zeit war ich in Le Havre im Internat, um das Bac A3 (Abitur) mit Schwerpunkt auf Bildende Kunst und Philosophie vorzubereiten.
Dort war ich umgeben von der Architektur Auguste Perrets, Verfechter des "Style sans ornements"– also schmuckloser Bauten, der nach dem zweiten Weltkrieg mit großen Achsen, sehr klaren Volumina aus Stahlbeton die Stadt neu modellierte.

MEINE ARBEIT IST IN DIESEM SPANNUNGSFELD VERWURZELT: DAZU ZU GEHÖREN UND SICH GLEICHZEITIG ALS INDIVIDUUM BEHAUPTEN ZU WOLLEN

Ich fühlte mich in beiden diesen ästhetisch sehr verschiedenen Welten zu Hause. Je mehr Welten aufeinander treffen, desto fruchtbarer das daraus entstehende städtische Milieu. Das ist vielleicht einer der Gründe, warum ich mich für das Architekturstudium entschied, obwohl ich mich zunächst an der Kunstuniversität von Rennes eingeschrieben hatte: die Stadt als Prinzip fasziniert mich.
Die Stadt als Muttertier, bespannt von einem unsichtbaren Netz. Ein Netz ungeschriebener Regeln, das die Kommunikation zwischen den Identitäten sicherstellt, wie ein Nervensystem. Wer sich darin zurechtfindet gehört zur Stadt.
Meine Arbeit ist in diesem Spannungsfeld verwurzelt: dazu zu gehören und sich gleichzeitig als Individuum behaupten zu wollen.
Aus der Beobachtung der Wechselbeziehung zwischen urbanem Raum und Bewohnern sind vielschichtige digitale Collagen aus Fotografie und Zeichnung entstanden. Sie erinnern an Comics, sind aber viel komplexer angelegt: Es sind auch Einladungen an den Betrachter, die angedeutete Erzählung weiterzuspinnen. [...]

WEITER AUF DER WEBSEITE DER KÜNSTLERIN


EMMANUELLE TANAïS AUPEST

Jahrgang 72, in der Bretagne geboren, lebt seit einigen Jahren in Deutschland. Ein in Rouen begonnenes Architekturstudium setzte sie nach zwei Jahren an der Universität Hannover fort.
Dort entdeckte sie die Spielwiese des 3D-Zeichnens und der Oberflächen- und Lichtanimation und kehrte dann zum Handzeichnen zurück. Ihre heutige Arbeit findet an der Schnittstelle zwischen Handzeichnen, Photographie und digitaler Bildbearbeitung statt.

WEBSEITE DER KÜNSTLERIN


ERÖFFNUNG DER AUSSTELLUNG: 06.11.2016, 11:30 Uhr
IM BÜRGERSAAL IM RATHAUS GEHRDEN.
GISO WESTING, MALER UND KUNSTKRITIKER,
FÜHRT IN DIE AUSSTELLUNG EIN.


PRESSEARTIKEL

Kunstverein Gehrden präsentiert Arbeiten der Künstlerin Emmanuelle Tanaïs Aupest,
DEISTER JOURNAL, 17.10.2016

Die Stadt als Muttertier - Künstlerin Emmanuelle Tanaïs Aupest zeigt im Rathaus digitale Collagen, HAZ CALENBERGER ZEITUNG, 28.09.2016


BILDER DER AUSSTELLUNG